Künstliche Intelligenz steckt in fast allem

Alexa, Siri und Cortana kennt jeder, sie erleichtern uns oftmals den Alltag. Aber Künstliche Intelligenz (KI) kann auch Obst und Gemüse länger haltbar machen, MRT-Aufnahmen genauer auswerten oder die Wartung von Blockheizkraftwerken effizienter gestalten. Dass solche Lösungen nicht nur Großkonzerne wie Apple & Co. zustande bringen, sondern dass auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) KI nutzen, zeigt der Innovationswettbewerb „KI für KMU“ des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums in neun Modellprojekten, die in ihrer Bandbreite von Biotechnologie über Energieversorgung bis hin zu Medizintechnik reichen und am Ende auch für jeden einzelnen viel bewirken können. Wir dürfen sie in Sachen Kommunikation begleiten.

Obst und Gemüse länger haltbar machen

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr auf dem Müll. Rund 60 Prozent der Produkte werden weggeworfen, weil sie nicht mehr genießbar sind. Wären Obst, Gemüse und Kräuter länger haltbar, würden weniger pflanzliche Lebensmittel verschwendet. Um für dieses nahezu weltweite Problem eine Lösung zu finden, haben sich die Firmen Computomics, Colugo und das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie zum Projekt „Verbesserung von Lebensmittelhaltbarkeit durch Bilderkennung und KI-gestützte Züchtung“ zusammengeschlossen.

Zunächst minimieren sie den bisher enormen Aufwand für Testzüchtungen im Gewächshaus, indem sie anhand umfangreicher Kameraaufnahmen von verschiedenen Nutzpflanzen Haltbarkeitsmerkmale mit KI auswerten und in Bezug zu genetischen Merkmalen der Pflanzen setzen. Das Wissen über die Kombination dieser Merkmale bietet Züchtern schließlich einen enormen Vorteil: Sie erhalten ein fundiertes Auswahlkriterium, um zielgerichtet neue, haltbarere Sorten zu züchten.

 

Genauere MRT-Auswertungen für Multiple-Sklerose-Patienten

Multiple Sklerose (MS) ist bei jungen Erwachsenen eine häufige chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung. Die Entzündungen im Gehirn erfassen Ärzte dabei anhand von Bildern, die mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) in regelmäßigen Abständen aufgenommen werden. Diese bilden kleinere Gewebeveränderungen aber nur schlecht ab und erfassen Veränderungen, die keine Entzündungen sind, oft gar nicht. Präzise Ergebnisse wären aber wichtig, um eine Therapie exakt zu steuern und somit Patienten bestmöglich zu behandeln.

Um präzisere Ergebnisse zu liefern und die Therapie des Patienten damit exakter steuern zu können kamen mehrere Experten der Universitätsmedizin Mannheim mit den Lehrstühlen für Neurologie/Neurologische Bildgebung und Computerunterstützte Klinische Medizin und die Unternehmen mediri und MedicalSyn zusammen. Ihr Ansatz beruht dabei auf der sogenannten VGM-Analyse, die bereits in der Forschung angewendet wird, für niedergelassene Neurologen aber bisher viel zu zeitaufwendig und rechenintensiv ist. Das soll sich mithilfe von KI ändern. Denn ein KI-Algorithmus wird dafür so trainiert, dass er aus einzelnen MRT-Aufnahmen ganze Karten des Gehirns in einem Bruchteil der Zeit berechnen und auswerten kann und somit für Arzt und Patienten eine wertvolle Methode darstellt.

 

Erfahren Sie im zweiten Teil dieses Artikels, wie KI die Wartungskosten von Blockheizkraftwerken senkt und dabei die Effizienz und Lebensdauer der Maschinen steigert.

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